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Die BRITANNIAAm Anfang war die Faszination über die herrlichen Bilder der Beken of Cowes von den großartigen Yachten Ende des 19. Jahrhunderts. Die Britannia, die 1893 für den Prince of Wales gebaut wurde, war eine
der berühmtesten und elegantesten Yachten. Und in den Regatten eine der erfolgreichsten. Bis 1935 gewann sie 231
erste Preise in 635 Rennen. Entsprechend dem letzten Willen von König Georg V. wurde
sie nach seinem Tode 1936 vor der Isle of Wight versenkt. Das Schiff war ein Symbol für die "gute alte Zeit". Mit einem
nicht ganz so großen (und bei Einen solchen Segler als Modell zu bauen und die Eleganz des Originals abzubilden - das war eine Herausforderung! Nach dem Studium vieler Bilder der Beken of Cowes beschloß ich, einen Baukasten der Firma Mamoli zu nutzen, um zumindest beim Bau der Spanten Zeit zu sparen. Der Maßstab 1 : 64 ist noch zimmertauglich, das Modell hat damit eine Länge von 73 cm und eine Höhe von 94 cm.
Viele Arbeitsschritte kann man auch auf der Terrasse ausführen. Der Spantenriß aus dem Mamoli-Bausatz scheint mir exakt, die vorgeschnittenen Teile ließen sich gut und schnell zusammenfügen. Da ich außer Klarlack keine Farbe auf Holz einsetzen wollte, habe ich die Wasserlinie durch eine Padouk-Leiste markiert.
Der Mamoli-Bausatz hatte nur wenige Punkte, die mir unsauber oder falsch erschienen. Der schlimmste war, daß in der Zweitbeplankung kein Steven vorgesehen war. Ich bin nach langem Überlegen dann leider der Bauanleitung gefolgt und habe am Bug im Überwasserschiff die Planken auf Stoß zusammengefügt. Das Unterwasserschiff habe ich dann doch mit Stevenleiste gebaut. Für das Deck, die Beschläge, die Takelage und die Schiffsausrüstung waren die zahlreichen Fotos der Beken of Cowes (u.a. bei Edition Maritim) die wesentliche Orientierung und eine große Hilfe. Eine gute Stereoanlage halte ich für einen wesentlichen Bestandteil der Werkstatt-ausrüstung.
Ein kleiner Nebeneffekt des Baus war die Italienisch-Einführung. Die Bauanleitung lag in Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch vor. Der deutsche Text war zum größten Teil in Ordnung oder ich konnte erraten, was gemeint war. Bei manchen Arbeitsschritten aber, wenn dieselben Sätze auch in Englisch und Französisch verhunzt waren, ging es nur mit Italienisch-Wörterbuch. Und das ist rausgekommen:
Das Unterwasserschiff habe ich mit Nußbaum beplankt, die Wasserlinie
und der Fockbaum sind Padouk, das Oberwasserschiff Birne, das Deck Ahorn, die Seitenwände der Deckshäuschen
Mahagoni, die Dächer und Luken wieder Nußbaum, ebenso Mast und Spieren, das
Schanzkleid innen Buchsbaum. Zehn verschiedene Garne habe ich für Wanten, Fallen, Schoten
und anderes Tauwerk genommen. Die Segel habe ich selbst auf der Nähmaschine meiner
Schwiegermutter genäht (Carreras, Domingo und Pavarotti halfen dabei), allein das
Großsegel hat 55 Bahnen. Ein rassiges, elegantes Schiff.
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